Jam Session Finale

Das Finale der diesjährigen SAE Jam Session in Bonn hätte auch unter dem Titel “Reim, Rausch und Randale” laufen können, denn das Motto von Konkret Finn wurde im Bonner Brückenforum vorzüglich umgesetzt.

1. es wurde gereimt. Die neun Finalisten punchlineten und partyrhymten sich durch ihre Sets, dass es tatsächlich so aussah, als müsste man sich um den deutschen Reimbardennachwuchs keine Sorgen machen.

2. ob die in der ersten Reihe entblößten Teenie-Brüste oder der mit Servza gefüllte Kühlschrank, ein rauschender Abend war nicht bloß aufgrund der wirklich gut durchdachten Shows angesagt.

Und schließlich 3., die Randale. Hier tat sich einer der Gäste, der Punkt 2. zu viel Aufmerksamkeit schenkte, besonders hervor, als er beim Auftritt der Vorjahressieger Non Plus Ultra einiges an Respektlosigkeiten Richtung Bühne loswurde, was die Frankfurter nicht im geringsten billigen wollten und gleich mal in die Menge stürzten um zu zeigen, wie man das in FFM regelt – nämlich faustdick! Dass sie danach noch eine Melange aus “wir sind gegen Gewalt, aber der Huansohn wollte es so” shouteten tat zwar nicht Not, aber schön…

Doch kommen wir zum verdienten Sieger, den Rohdiamanten aus Köln. Auch sie hatten, wie ebenfalls die aus Hannover stammende Crew C3F (Zweitplatzierte), die ein wenig an die Beastie Boys erinnerte, sich Showelemente überlegt und gut eingesetzt. Dabei waren, erneut wie bei C3F, Gorillas ein fester Bestandteil ihrer Kür. Letzten Endes konnte jeder von den angereisten Künstlern sein Schärflein zu einem gelungenen Abend beisteuern, die zwei Domstädter zeigten mit einer energiegeladenen Leistung und fest sitzenden Skills aber, dass da noch mehr geht. So reisen sie im Sommer dann auch zur Rheinkultur, um die Rhein Hip Hop Bühne zu stürmen und später (im August) noch zum Hip Hop Kemp nach Tschechien.

An dieser Stelle muss es aber auch für die nicht Erstplatzierten Props geben. Besonders der aus Strausberg stammende Sharlatan, der mit witzigen Lines und eingängigem Elektrorapshit aufwartete, verstand es seine mitgereisten Fans (schätzungsweise 40-50 Mann) in Stimmung zu bringen. Er hatte auch das wohl ausgefeilteste Bühnenbild (eine Stadt-Kulisse + seine Backup MC´s waren in Zwangsjacken gekleidet, was ganz gut zum Sound passte) des Abends.

Zwar komplett ohne Bühnenbild und ebenfalls ohne Backup trat Black Market (der Drittplatzierte) auf. Und siehe da, sollte Curse mal in Rente gehen, für Ersatz ist gesorgt. Mit eiserner Stimme und weit aufgeklappten Lungenflügeln zog der Finisher des Abends über ein Publikum, welches zwar auffällig stark die eigenen Künstler feierte, aber zum Schluss hin doch auch zugeben musste, dass es auch in anderen Dörfern noch gute MC´s gibt!

Ein rundum gelungener Abend, da fällt das Warten auf die nächste Ausgabe zwar schwer, wird durch die EM, das Splash!, Hip Hop Kemp und vielen neuen Ausgaben von Word Cup aber doch zu bewerkstelligen sein!

Eine Antwort zu “Jam Session Finale”

  1. EikVullBreit Sagt:

    Ich fand nicht das rohdiamanten es verdient hatten überhaupt ins ranking zu kommen peace der eik

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