Ayran für alle!

Früher, als die Mauer noch stand, als Twix noch Raider hieß und der große 1. FC Köln noch keinen tränenreichen Abstieg hinter sich hatte, da fuhr mein Familie jeden Sommer in die alte Heimat. Das bedeutete für mich, da ich noch nicht befugt war selbst über mein Leben zu entscheiden, dass ich drei lange Tage mit meinem Bruder auf der Rückbank unseres Fords verbringen musste, um über Österreich, Jugoslawien und Bulgarien letztlich in die Türkei zu gelangen, wo vier Wochen Sonne, Strand und eine komplett andere Welt auf mich warteten.

Das liest sich jetzt schlimmer als es war, obwohl es mich schon gefreut hat, als meine Mutter sich eines Jahres gegen meinen Vater durchsetzte und wir das Flugzeug nahmen anstatt mit dem Auto über kaputte Straßen in Bulgarien zu holpern und in Hotels zu übernachten, in denen es sich bereits Kakerlaken gemütlich machten. Auf der anderen Seite wurde man auch immer schön belohnt, wenn man das Ganze dann hinter sich hatte, und zwar mit dem ersten Glas Ayran gleich an der Grenze in Edirne. Dort kam es, ich muss so 13 Jahre alt gewesen sein, auch zu dem bedeutendsten Zusammentreffen zwischen mir und diesem Getränks auf Joghurt-Salz-Wasser-Basis, welches die Welt je gesehen hat. Über 3000 Kilometer aufgestaute Lust auf Ayran haben mich abends reinhauen lassen, als gäbe es keinen Morgen mehr. Die braunen, gierigen Augen strahlten meine Mutter immer zu an, so tankte ich bestimmt zwei Liter, ohne es groß zu merken. Doch dann kam die Stunde Null, Bettzeit. Wir waren in einem Zimmer untergebracht, welches – ungelogen – keine Fenster hatte. Als mein Magen dann den Tamilen machte und rebellierte und ich gerade noch die vorwurfsvollen Blicke meiner Eltern sah, musste raus, was sich Stunden zuvor so zielgerichtet den Weg in meinen Magen bahnte. Kazoooom! Das tat mir leid, besonders da ich aufgrund von Erschöpfung auch gleich einschlief und meine Eltern und mein Bruder dann so gar nicht ans Einschlafen denken konnten.

Aber lassen wir das, schließlich heißt dieser Blog „Ayran für alle!“, und darum geht es doch. Ums Teilen, also teile ich. Mit. Genau, ich teile mich mit!

Wir haben Word Cup auf sly-fi.com reanimiert und ins Rennen geschickt. Und gleich zu Beginn schießen wir um uns wie Michael Douglas in Falling Down. Mit einem Special über das Hip Hop Kemp in Hradec Kralove / Tschechien und zu dem neuen Album von Kool Savas haben wir gleich zwei Topthemen.

Hier schon mal der Trailer zum Savas-Interview mit Outtakes:

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